2008
50 Jahre „Büsum Ahoi“
Karnevalsverein feiert Jubiläum mit großem Umzug und knalliger Rathauserstürmung
Von Britta Hamann
Büsum – Mit viel Dampf, lautem Knall und dem Schlachtruf „Büsum Ahoi“ war es endlich geschafft. Volker Johann musste sich geschlagen geben und den Jecken gestern Nachmittag sein Rathaus übergeben. „Das mach ich doch immer wieder gern“, meinte der Bürgermeister und ließ sich vom Prinzenpaar des Büsumer Karnevalsvereins (BKV) Sarah Rathje und Martin Endrulat drücken. Seit 50 Jahren gibt es direkt an der Nordsee tolle Tage für Nordlichter, und die liegen sogar mehr als eine Woche vor dem Rosenmontag.
Ab 14.11 Uhr wurde es närrisch in den Straßen von Büsum. Der Festumzug mit 20 Musikzügen, Tanz- und Fußgruppen sowie geschmückten Wagen setzte sich durch die Fußgängerzone, am Hafen entlang und durch die Innenstadt in Bewegung. Und fürs Jubiläum gab es reichlich Unterstützung aus Dithmarschens eigentlicher Karnevals-Hochburg Marne. Mehr als 100 Jecken von der Marner Karnevalsgesellschaft (MKG) waren angereist, um närrischen Geburtstag zu feiern.
Und in den Straßen staunten viele Urlaubsgäste nicht schlecht, wie lustig es auch im rauen Norden zu gehen kann. Da flogen Kamelle und Kusshändchen durch die Luft. Die tierische Fußgruppe aus Holstenniendorf bei Wacken stärkte sich mit Hochprozentigem gegen den steifen Wind. Die Tanztruppe und der Fanfarenzug aus Nortorf verbreiteten Sambastimmung. Und der BKV-Elferrat um Präsident Georg Beckmann schunkelte eifrig auf dem Festwagen. Nach einer Stunde kam es dann schließlich zum Höhepunkt. Das Büsumer Rathauses sollte erstürmt werden. Weil alles Klopfen und auch die laute Musik nichts halfen, musste Kanonier Frank Rathje mit seinem schweren Geschütz ran. Beim dritten Kanonenschuss öffnete sich endlich die verbarrikadierte Rathaustür. Das närrische Volk strömte in die Räume von Bürgermeister Volker Johann. Der übergab schmunzelnd den großen Rathausschlüssel an das Prinzenpaar und lud anschließende auf ein Gläschen Sekt ein. Als Dank gab es ein „Büsum Ahoi“ aus vielen 100 Kehlen.
Bericht aus der DLZ vom 28.01.2008
